Erinnerungsarbeit

Erinnerung und Mahnung für Gegenwart und Zukunft

Die Synagoge in Hainsfarth„Ich weiß jetzt, was Pogrome sind, weiß, was Menschen tun können, Menschen, die Ebenbilder Gottes.“ Entsetzt schrieb die 18-jährige Wiener Gymnasiastin Ruth Maier das im November 1938 in ihr Tagebuch. Die Novemberprogrome mündeten schließlich in die Shoah. 80 Jahre später gedachten Menschen in ganz Deutschland der entsetzlichen Verbrechen, auch die jüdische Gemeinde von Hainsfarth im schwäbischen Landkreis Donau-Ries. Als Rednerin sprach dort Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler: "Die ungeheure Zahl gequälter und ermordeter Menschen, das unendliche Leid der Familien, deren Angehörige umgebracht wurden, ist und bleibt unfassbar, unbegreifbar. Worte versagen angesichts dessen, was sogenannte Ebenbilder Gottes anderen angetan haben." 

Gedenken an die Novemberpogrome

Am 9. November jähren sich die barbarischen Novemberpogrome zum 80. mal. Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler schreibt dazu:

Das Leid der Opfer und die Taten der Täter machen auch nach 80 Jahren fassungslos. Unvorstellbar ist, dass es keinen Aufschrei der deutschen Bevölkerung gab angesichts des Terrors gegen die jüdischen Mitbürger. Wir müssen in allen Tonlagen den Verlust menschlichen Lebens, den Verlust einer humanen Kultur beklagen. Wir müssen uns und andere damit beharrlich konfrontieren – auf dass nie wieder geschehen möge, was geschah.

Gedenken an die Opfer des Todesmarsches von Dachau

Das Todesmarsch-Mahnmal in DachauIn den Tagen vor der Befreiung des KZ Dachau wurden tausende der Gefangenen durch einen erbarmungslosen Todesmarsch ermordet. 73 Jahre später wurde mit einer Gedenkstunde am Mahnmahl in Dachau dieser grausamen Tat gedacht. Zuvor war der Motorradclub "Kuhle Wampe" den Weg der Opfer abgefahren. Es sprachen der Überlebende Abba Naor, der Dachauer Oberbürgermeister Florian Hartmann und auch Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler für die evangelische Kirche. Sie dankte den Veranstaltern um die Initiative "Mahnmal Todesmarsch" für ihre wichtige Erinnerungsarbeit: "Menschen wie Sie tragen bei zum Überleben der Demokratie, zu ihrer Lebendigkeit und dazu, dass die damaligen Häftlinge niemals vergessen werden." 

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