Wald, Gebirg und Königstraum. Zur Eröffnung der Landesausstellung in Ettal

Bild: Haus der Bayerischen GeschichteDen Begriff der Heimat hat die Münchner Regionalbischöfin und Ständige Vertreterin des Landesbischofs, Susanne Breit-Keßler heute ins Zentrum ihrer Predigt gestellt im ökumenischen Gottesdienst anlässlich der bayerischen Landesausstellung „Wald, Gebirg und Königstraum. Mythos Bayern“ in der Basilika in Ettal.

Die eigene Heimat, so Breit-Keßler, brauche Solidarität und Loyalität, aber manchmal auch „eine kritisch-konstruktive Distanz“. Eine Blut und Boden-Ideologie sei darum „zerstörerisch, weil sie das Eigene absolut setzt, obwohl es doch immer einen Schritt zurück braucht, um klar sehen zu können“. Dafür wichtig sei „Herzensbildung“, eine nicht nur im Kopf, „sondern auch im Herzen und in der Grundeinstellung fest verwurzelte positive Haltung zu einem verantwortlichen Leben“. Herzensbildung erwerbe man nicht durch Informationsvermittlung etwa über unterschiedlichen Religionen und Weltanschauungen. Herzensbildung brauche „intensive Auseinandersetzung“, Vertraut werden und Einüben ebenso wie „Männer und Frauen, die profiliert für ihren Glauben und für die Demokratie einstehen“, betonte Breit-Keßler.

Die Münchner Regionalbischöfin, aufgewachsen in Oberaudorf am Inn, bezeichnete Heimat als die „Idee, wie Leben miteinander sein kann und sein soll: solidarisch und zugleich individuell, persönlich. Gemütlich, genussvoll und zugleich widerständig, aufmüpfig, rebellisch, wenn es um das Wohl des Ganzen geht“. Traditionen, so Breit-Keßler weiter, müssten bewahrt bleiben „wo sie lebensdienlich sind“ und immer wieder überprüft werden, „ob sie den Menschen guttun, sie miteinschließen oder etwa ausgrenzen“.

Heimat bedeute für sie „Verbundenheit mit dem Glauben und den Werten, die mein Land bislang geprägt haben“, insbesondere die Dankbarkeit für die, „die meine Heimat nach der Nazi-Barbarei und dem zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut haben“.

Sie freue sich über die Kreuze am Wegesrand und in öffentlichen Räumen, betonte Breit-Keßler, denn das Kreuz sei ein „inklusives Symbol“, das an einen Gott erinnere, „der in die tiefsten Abgründe steigt, um den Menschen nahe zu sein.“ Jesu Kreuz lehre Demut und Bescheidenheit. Darum freue sie sich darüber, „wenn politisch Verantwortliche sich bewusst unter das Kreuz stellen“ und „sich durch das Kreuz an die eigene Fehlbarkeit und die eigenen Grenzen ebenso erinnern lassen wie an die Vergebung, auf die wir Christenmenschen im Glauben an den gekreuzigten und auferstanden Christus hoffen und vertrauen.“

München, 2. Mai 2018
Johannes Minkus, Pressesprecher