Regionalbischöfin Breit-Keßler besucht JADWIGA

Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler besuchte die Fachberatungsstelle JADWIGA in München. JADWIGA berät und hilft Frauen, die Opfer von Menschenhandel wurden und zur Prostitution gezwungen werden oder in ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen stehen. Susanne Breit-Keßler zeigte sich sehr beeindruckt von der Arbeit, die das Team von JADWIGA leistet: „Ich danke Ihnen sehr herzlich für das große Engagement, mit dem Sie den traumatisierten Frauen helfen, die Opfer barbarischen Menschenhandels wurden.“

Auf die Frage, wie die Mitarbeiterinnen von JADWIGA die Not der Frauen und die Geschichten grausamer Gewalt aushalten, antwortete das Team: „Wir sehen die Frauen nicht nur als Opfer. Wir helfen ihnen, ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen und Zukunftsperspektiven zu gewinnen. Wir lachen viel mit den Frauen. Und erleben immer wieder Glücksmomente, wenn eine Frau immer besser Deutsch spricht, ihre Ausbildung erfolgreich abschließt und wieder fähig ist, eine liebevolle Partnerschaft zu leben.“

Die Frauen, die bei JADWIGA beraten werden, stammen überwiegend aus dem Ausland, aus Osteuropa, Asien oder Afrika. Oft wurden sie von Verwandten, Nachbarn oder Freunden unter falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt. Hier erwartet sie nicht der versprochene Arbeitsplatz als Kindermädchen oder in der Bäckerei, sondern sie werden zur Prostitution gezwungen oder bei der Arbeit in Privathaushalten, der Gastronomie, in der Landwirtschaft oder in Reinigungsbetrieben ausgebeutet.

Die Frauen sind schwer traumatisiert, meistens völlig mittellos, da sie nie Lohn erhalten haben, und orientierungslos in einem Land, dessen Sprache sie nicht sprechen. JADWIGA bemüht sich um die physische und psychische Stabilisierung der Frauen. Dazu gehört es, kurzfristig geschützten Wohnraum für die Frauen zu finden, Arzttermine für sie zu vereinbaren und rechtliche Fragen zu klären. Langfristig organisiert JADWIGA den Frauen Deutschkurse und versucht, ihnen eine Ausbildung zu ermöglichen.

Die meisten Frauen wollen jedoch rasch in ihr Heimatland und zu ihren Familien zurückkehren. Auch dazu erhalten sie von JADWIGA die nötige Unterstützung. Frauen, die bereit sind, in einem Strafverfahren gegen die Menschenhändler auszusagen, erhalten von JADWIGA intensive Unterstützung vor und während des Prozesses. Das Team von JADWIGA spricht zwölf Sprachen, so dass die Mitarbeiterinnen die Frauen meist in deren Muttersprache beraten können.  

Träger von Jadwiga ist die ökumenische gGmbH „STOP dem Frauenhandel“.  JADWIGA ist Mitglied im Dachverband Diakonisches Werk Bayern. Eine weitere Beratungsstelle von JADWIGA gibt es in Nürnberg. „STOP dem Frauenhandel“ unterhält außerdem das Wohnprojekt SCHEHERAZADE. Dort finden junge Frauen im Alter von 18 bis 21 Jahren Zuflucht und Hilfe, die von Zwangsverheiratung bedroht oder betroffen sind.

Der Schutz der Frauen fängt mit der Verbesserung der Lebensverhältnisse in den Heimatländern an. Seit vier Jahren gibt es daher das Projekt FLORIKA. In Zusammenarbeit mit einer örtlichen freien Organisation werden Mädchen aus Roma-Familien im bulgarischen Burgas am Schwarzen Meer gezielt gefördert. Viele Roma-Mädchen werden in Bulgarien schon mit 12 oder 13 Jahren verheiratet, andere in die Prostitution verkauft.

FLORIKA will den Mädchen ein selbstbewusstes Leben ermöglichen. Dazu erhalten sie gezielte Bildungs- und Präventionsangebote. Sprachunterricht und Mathematik stehen genauso auf dem Programm wie Bastelangebote, Tanzstunden und Schneiderarbeiten an Nähmaschinen. Das Projekt wurde in seiner Aufbauphase von der „Aktion Mensch“ unterstützt.

JADWIGA, das Wohnprojekt SCHEHERAZADE und das Projekt FLORIKA sind auf Spenden angewiesen, um den Frauen und Mädchen helfen zu können. Wenn Sie die Projekte unterstützen wollen, können Sie auf folgendem Konto spenden:


STOP dem Frauenhandel gGmbH
Liga Bank München
IBAN: DE 08750903000002298201
BIC: GENODEF1M05
Verwendungszweck: Spende Jadwiga oder Spende Scheherazade oder Spende Florika