Nach dem Anschlag in Münster

Motivbild TrauerTrauer und Mitgefühl hat der Anschlag von Münster am 7. April ausgelöst. In der evangelischen Morgenfeier am Folgetag sprach Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler zu den Vorfällen: "Aus heiterem Himmel ist Gewalt, ist Kummer, Schmerz und Leid über Menschen hereingebrochen, die einfach nur ihr Wochenende und ein paar freie Stunden genossen haben." Sie forderte die Menschen auf, den Opfern und ihren Angehörigen in Gedanken und Gebeten beizustehen: "Das ist es, was wir tun können. Mit unseren Herzen und Gedanken bei denen zu sein, die sich die Seele aus dem Leib heulen, die es schüttelt und beutelt. Denen schwere Wege bevorstehen. Beten, das ist es, was wir tun können für die, die schwer oder auch nur leichter verletzt sind. Sie alle brauchen unsere empathischen, einfühlsamen Gedanken und Gefühle."

Den Menschen in Münster liege der Anschlag wie ein Stein auf der Seele: "Frische Blumen an einen Tatort stellen, Kerze anzünden. Verweilen. Die Steine liegen uns auf der Seele. Wie sollen wir sie bewegen? Der Grabstein vor Jesus letzter Ruhestätte ist ein wuchtiges Sinnbild für die vielen Todeszeichen, die bis heute unsere Wege säumen. Wollen wir der Unausweichlichkeit des Todes und der Endgültigkeit unsere kleinen Zeichen des Gedenkens entgegenhalten?" Christen würden an Ostern feiern, dass Gott selbst aus Liebe zu den Menschen gekommen ist, um ihnen nahe zu sein, um ihr Leid auf sich zu nehmen und schließlich den Tod zu überwinden. Darum sei am Ostermorgen der Stein vor dem Grab weggewälzt. "Es ist endgültig mit der Auferstehung. Der Engel weist die Richtung. Weg, vom Grab, zurück ins Dasein, wo wir den Fußspuren einer unvergänglichen Hoffnung folgen sollen. Dennoch, ich weiß wohl: Ostern geht nicht schnell. Es braucht Zeit, bis man glauben kann: Der Stein ist weggewälzt. Das Grab ist leer. Ich darf irgendwann die Leichentücher zusammenfalten, in die ich so viele Hoffnungen gewickelt hatte."

Der Text der Morgenfeier zum Nachlesen
Die Morgenfeier zum Nachhören in der BR-Mediathek