Max-Mannheimer-Platz

Das Straßenschild des Max-Mannheimer-Platzes (Bild: sbk)Am 6. Februar wurde der Platz vor dem NS-Dokumentationszentrum München offiziell in Max-Mannheimer-Platz benannt. An diesem Tag wäre der Auschwitz-Überlebende 98 Jahre alt geworden. Er hatte sich für Gedenken und Versöhnung eingesetzt und war auch Mitinitiator des Dokumentationszentrums, das nun seine Anschrift trägt. Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler schreibt über den Festakt:

Max-Mannheimer-Platz heißt der Raum vor dem NS-Dokuzentrum in München seit heute. OB Reiter hielt die Ansprache, Schweste Elija Rößler, die Gesprächspartnerin Max Mannheimers vom Kloster Heilig Blut in Dachau, erinnerte an Mannheimers bewegendes, erschütterndes und eindrucksvolles Leben. Ernst Mannheimer, der Sohn des Holocaust-Überlebenden sagte Worte, die sich nicht allein mir ins Herz einschrieben:

„Meine Schwester und ich vermissen unseren Vater. Aber es ist uns ein Trost, dass er einige unheilvolle Vorgänge nicht miterleben muss, die in Deutschland und Europa in letzter Zeit stattfinden und sich weiter intensivieren. ... Dass im Zuge der Flüchtlingskrise nationalistische Kräfte Auftrieb erhalten, dass im notwendigen Diskurs über eine langfristig tragfähige Migrationspolitik xenophobe und antisemitische Reflexe sich immer ungehemmter entladen, dass eine rechte Partei die etablierten Parteien der Bundesrepublik vor sich hertreibt, dass wegen Gewalttaten verurteilte Straftäter sich als Retter des Abendlandes gerieren, dass zunehmende brachial Deutsche und Zuwanderer gemeinsam die jüdische Gesellschaft in Deutschland in Sippenhaft für den Nahostkonflikt nehmen, dass in Deutschland Juden wieder Angst vor dem Ausleben ihre religiösen und kulturellen Identität haben müssen - wie gut, dass unser Vater das nicht miterleben muss.“
Ernst Mannheimer schloß:“Wie gut andererseits, dass er seiner eigenen Aufforderung zur „Hoffnung auf eine gute und gerechte Zukunft“ selbst immer gefolgt ist und dabei in diesem Land Verbündete fand“.

Ich möchte eine solche Verbündete bleiben und sein. Danke, Ernst Mannheimer, für diese Worte.

Einladungskarte zum Festakt