Gedenken an die Opfer des Todesmarsches von Dachau

Das Todesmarsch-Mahnmal in DachauIn den Tagen vor der Befreiung des KZ Dachau wurden tausende der Gefangenen durch einen erbarmungslosen Todesmarsch ermordet. 73 Jahre später wurde mit einer Gedenkstunde am Mahnmahl in Dachau dieser grausamen Tat gedacht. Zuvor war der Motorradclub "Kuhle Wampe" den Weg der Opfer abgefahren. Es sprachen der Überlebende Abba Naor, der Dachauer Oberbürgermeister Florian Hartmann und auch Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler für die evangelische Kirche. Sie dankte den Veranstaltern um die Initiative "Mahnmal Todesmarsch" für ihre wichtige Erinnerungsarbeit: "Menschen wie Sie tragen bei zum Überleben der Demokratie, zu ihrer Lebendigkeit und dazu, dass die damaligen Häftlinge niemals vergessen werden." 

Es brauche das Erinnern, um der Unmenschlichtkeit dieser Tat wahre Humanität entgegenzusetzen. Und auch, um sich dem dumpfen Hass entgegen zu stellen, der sich heute wieder neu ausbreite: "Wir dürfen angesichts des wieder erstarkten Antisemitismus auch heute nicht länger schweigen. Wir müssen uns einüben im leidenschaftlichen Widerspruch." Die Regionalbischöfin äußerte sich in ihrer Rede auch deutlich zu aktuellen politischen Entwicklungen, die Besorgnis erregen. Breit-Keßler appellierte an die Verantwortlichen: "Das ist es, worauf der christliche Glaube sein Augenmerk lenkt: Auf die persönliche Verantwortung des Menschen vor Gott und seinen Mitmenschen. Je mehr sich gerade junge Leute ohne Perspektive von Nazi-Parolen ansprechen lassen, desto mehr müssen wir dafür sorgen, dass junge Menschen Orientierung und Auskommen für ihr Leben finden."

Auch die Kirche selbst habe damals bis auf wenige Ausnahmen jämmerlich versagt, gegenüber den unzähligen Opfern und auch gegenüber den 2800 Geistlichen, die unter den Gefangenen waren. "Damals, beim Todesmarsch, konnte man vor den eigenen Fenstern und Haustüren erneut sehen, was man auch in den Kirchen einfach nicht wahrhaben wollte: Dass die Nationalsozialisten mit ihren widerlichen Stereotypen des Hasses und der Menschenverachtung gegen alle Menschen zu Felde zogen und ziehen, die nicht in ihr Bild passen." Darum brauche es heute um so dringender die Erinnerungsarbeit, so wie das Todesmarsch-Mahnmal oder die Wander-Ausstellung "Namen statt Nummern".

Die evangelische Kirche setzt sich mit ihrer Arbeit in der Versöhnungskirche selbst aktiv für die Erinnerung an die Opfer des KZ Dachau ein.

Die Rede von Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler