Gedenken an die Novemberpogrome

Am 9. November jähren sich die barbarischen Novemberpogrome zum 80. mal. Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler schreibt dazu:

Das Leid der Opfer und die Taten der Täter machen auch nach 80 Jahren fassungslos. Unvorstellbar ist, dass es keinen Aufschrei der deutschen Bevölkerung gab angesichts des Terrors gegen die jüdischen Mitbürger. Wir müssen in allen Tonlagen den Verlust menschlichen Lebens, den Verlust einer humanen Kultur beklagen. Wir müssen uns und andere damit beharrlich konfrontieren – auf dass nie wieder geschehen möge, was geschah.

Wir müssen uns dem Antisemitismus entgegenstellen, wo immer er uns heute aufs Neue begegnet: Auf der Straße, in den Salons, im Internet. Dieser Antisemitismus mündet letztlich in neue Gewalt, wie bei der schrecklichen Bluttat in Pittsburgh. Wehret den Anfängen! Wir brauchen Wissen über die Geschichte der Shoah, über jüdische Geschichte und Religion. Kinder und Jugendliche brauchen Wissen über die Geschichte der Juden in Deutschland, über Jüdischen Glauben und Shoah.

Es ist ein Segen, dass sich trotz unserer Schuld, trotz unseres erbärmlichen Versagens - auch in der Kirche - jüdisches Leben in Deutschland neu entfaltet hat. Es ist ein unverdientes Geschenk, dass jüdische Gemeinden wie die in München da und sehr präsent sind. Es ist Ausdruck des Zutrauens darauf, dass wir einig sind: Nie wieder werden wir Menschen anderer Religion, anderer Herkunft und Nationalität das Lebensrecht absprechen.