Für ein würdevolles Leben bis zuletzt

(Bild: Andrea Wismath)„Das Rummelsberger Stift St. Lorenz ist mein Zuhause“, sagt Mechthild Wildner entschieden. Die ältere Dame mit dem Kurzhaarschnitt ist noch rüstig, trifft sich gern mit anderen Bewohnerinnen und Bewohnern zur „Kartlrunde“ und im Literaturclub. „Ich schlichte auch mal bei Streitigkeiten“, erzählt die aus Hessen stammende Seniorin, die sich im Bewohnerbeirat engagiert. Ihre Töchter hatten sie nach einer Herzoperation vor zwei Jahren nach Nürnberg in ihre Nähe geholt. Anfangs fiel es ihr schwer, sich an dieses neue Leben zu gewöhnen. Heute ist sie sich sicher: „Hier will ich irgendwann sterben.“ Um es den Menschen, die in der letzten Lebensphase sind, leichter zu machen, hat die Evangelische Stiftung Hospiz 13.440 Euro für Hilfsmittel gespendet. Zur Übergabe kam Schirmfrau und Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler am Donnerstag nach Nürnberg.Einen „Cosychair“, ein spezieller Sessel, in den sich die älteren Menschen gerne kuscheln, drei Niederflurbetten und fünf Ruhesessel hat Diakon Hans Müller, Leiter des Altenhilfeverbunds Nürnberg der Rummelsberger Diakonie, mithilfe der Spendensumme angeschafft. „Wir sind sehr dankbar, dass wir mit Ihrer Hilfe diese unterstützenden Mittel kaufen konnten“, sagte Müller zu Regionalbischöfin Breit-Keßler. Die betonte, dass es ein gesamtgesellschaftliches Ziel sei, „für Menschen da zu sein“ und versicherte: „Wir haben das Geld gern gegeben.“ Schließlich ließen sich nur so wichtige Dinge anschaffen, die aus dem normalen Budget nicht bezahlt werden können.

Diakon Müller berichtete davon, welche Entwicklungen die palliative Versorgung in St. Lorenz und im Hermann-Bezzel-Haus in der Nürnberger Südstadt in den vergangenen zwei Jahren genommen hat. Heute gibt es ein Team an ehrenamtlichen Hospizbegleitern, die nach einer umfangreichen Schulung Bewohnerinnen und Bewohner in der letzten Lebensphase besuchen. Sieben Mitarbeitende wurden zu Fachkräften für Palliative Care weitergebildet, um die oft schon sehr alten und kranken Menschen würdevoll zu begleiten. Schon beim Einzug der Bewohnerinnen und Bewohner werde behutsam danach gefragt, welche Regelungen schon getroffen worden seien und welche Wünsche die Menschen hätten. „Viel erfahren wir natürlich dann in weiteren Gesprächen; vor allem darüber, was die Bewohner nicht möchten“, so Müller. Auch das werde natürlich berücksichtigt.

(Text: Andrea Wismath)