Engagiert gegen Rechts - Jahresempfang 2014

Staatsminister der Justiz Prof. Winfried Bausback

„Engagiert gegen Rechts“ lautete das Motto des diesjährigen Jahresempfangs von Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler in der Allerheiligenhofkirche der Münchner Residenz. Die Regionalbischöfin hatte Personen aus München und Oberbayern eingeladen, die sich haupt- oder ehrenamtlich gegen Rechtsextremismus und für eine offene Gesellschaft einsetzen. Etwa 300 Gäste folgten der Einladung. Für ihr bürgerschaftliches Engagement dankten den Anwesenden neben der Regionalbischöfin auch der Bayerische Staatsminister der Justiz, Prof. Dr. Winfried Bausback, Regierungsvizepräsidentin Maria Els und Oberbürgermeister Dieter Reiter.

„Angesichts des NSU-Prozesses, der derzeit in München stattfindet, und der schrecklichen Taten, die zu diesem Prozess geführt haben, ist es mir ein Anliegen, Menschen zu ermutigen, sich weiterhin öffentlich gegen nationalsozialistisches Gedankengut zu stellen. Dies geschieht in den Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen glücklicherweise immer wieder, braucht aber weiterhin Aufmunterung und Unterstützung.“, begründete die Münchner Regionalbischöfin und Ständige Vertreterin des Landesbischofs die diesjährige Themenwahl ihres Jahresempfangs.

Breit-Keßler weiter: „Kernsatz unseres Glaubens und Basis unserer Demokratie ist die Überzeugung, dass jeder Mensch die gleiche Würde und das gleiche Recht auf Leben hat. Jeder ist Gottes geliebtes Kind. Unterschiedliche Herkunftsländer, Hautfarbe, Religion, Sprache, Geschlecht – sie bringen die Vielfalt menschlichen Lebens zum Ausdruck. Glaube, Grundgesetz und Geschichte verpflichten uns zum ständigen Einsatz für die Menschenrechte.“

Auf dem Empfang sprach sich Susanne Breit-Keßler für ein Zuwanderungsgesetz aus: „Ich bitte die Politik, parteiübergreifend ein Zuwanderungsgesetz zu beschließen. Das Asylrecht ist dafür kein Ersatz, mögen wir noch so sehr dafür kämpfen, dass es humanitär verbessert und großzügig umgesetzt wird. Nur mit einem guten Zuwanderungsrecht schaffen wir Heimat für viele, die in ihren Herkunftsländern keine Lebensperspektiven mehr entdecken können und sich deshalb für einen Neuanfang bei uns entscheiden möchten.“

Justizminister Bausback kündigte an, den Nachdruck von Adolf Hitlers „Mein Kampf“ auch dann zu unterbinden, wenn das Urheberrecht erlischt. Er betonte, wie wichtig es sei, „dass wir schon jetzt und heute klare Signale setzen, dass wird die Verbreitung dieses menschenverachtenden Gedankenguts bestmöglich verhindern wollen.“ Bausback würdigte ferner den Einsatz der geladenen Gäste: „Sie sind auf verschiedenste Weise in großem Maße engagiert. Sie stehen für Ihre Überzeugungen ein. Und Sie kämpfen für unsere Demokratie und die Menschen, die hier in Bayern unseren Schutz und unsere Hilfe brauchen. Was Sie tun, sehr geehrte Damen und Herren, ist gelebte Nächstenliebe.“

Regierungsvizepräsidentin Maria Els prognostizierte, dass die Zahl der Asylbewerber weiter steigen werde, weswegen zusätzliche Unterkünfte gefunden werden müssten. Ausdrücklich dankte sie für alles Engagement von Einzelpersonen und Helferkreisen, die „großherzig und auch in christlicher Nächstenliebe Asylbewerbern und Flüchtlingen unter die Arme greifen.“ Oberbürgermeister Dieter Reiter machte deutlich, dass der Einsatz gegen rechtsextremes Gedankengut auch in seiner Amtszeit Priorität habe.

Beeindruckt von dem Engagement der Ehrenamtlichen zeigten sich auch zahlreiche Ehrengäste aus Kirche, Politik und Gesellschaft. Nach den Reden war bei einem reichhaltigen Buffet viel Zeit für Gespräche zwischen den Gästen. Den Abend rundete ein Konzert des Sängers Mel Canady und des Gospelchores „Stephanus Voices“ unter der Leitung von Anke Maria Caspari ab.

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