Der Wilhelm Freiherr von Pechmann-Preis 2018 ist ausgeschrieben

Kann und darf die Kirche schweigen? Nimmermehr!Zu Ehren Wilhelm Freiherr von Pechmanns hat die bayerische Landeskirche den "Pechmann-Preis" ausgeschrieben: Er fördert herausragende wissenschaftliche Forschungsarbeiten und Leistungen in Bildungsarbeit und Publizistik, die sich mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinandersetzen. Außerdem werden überzeugende Beispiele für Gemeinsinn und Zivilcourage in der Gegenwart ausgezeichnet. Die Landeskirche schreibt den mit 10.000 EUR datierten Preis für das Jahr 2018 aus.

Eine Jury aus sieben namhaften Vertretern von Kirche und Wissenschaft befindet über die Zuerkennung dieser Auszeichnung. Die vorzulegenden Arbeiten sollen in sich abgeschlossen und nicht älter als zwei Jahre sein und können bis zum 31. Juli 2017 eingereicht werden (siehe Pressemitteilung). Zuletzt war der Preis 2016 an zwei besondere Aktionen gegangen, die mit viel Witz und Esprit ein Zeichen gegen Menschenverachtung setzten. Gefördert werden aber insbesondere auch wissenschaftliche Arbeiten, beispielsweise das Buch "Eine Frage der Rasse?" von Axel Töllner, das die Geschichte der bayerischen Pfarrfamilien mit jüdischen Vorfahren unter dem NS-Regime untersuchte.

Der Preis wurde gestiftet zum Gedächtnis an Wilhelm Freiherrn von Pechmann (1859-1948), dem ersten gewählten Präsidenten der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Pechmann war entschiedener Gegner der NS-Diktatur und ein engagierter Protestant, der sich gegen die Gleichschaltung der Kirchen und vor allem gegen die systematische Verfolgung von Juden unter dem NS-Regime einsetzte. Mit dem Preis will die Bayerische Landeskirche an ihn erinnern und zugleich ein deutliches Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus setzen.

Pressemitteilung mit weiteren Informationen zur Ausschreibung