Der "Dom der Münchner Protestanten" wird 120

Schon seit 120 Jahren schmückt die Lukaskirche das Isar-Ufer. Das feierte ihre Kirchengemeinde am 27. November mit einem großen Festgottesdienst. Die Predigt hielt Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler, die sich darüber freute, das Jubiläum ihrer Predigtkirche zu begehen: "St. Lukas ist eine vitale Gemeinde, die sich immer wieder voll Gottvertrauen aufmacht, die Herausforderungen der Gegenwart anzunehmen. Hierher kommen Menschen, die wissen, was sie wollen."

Als am Ersten Advent 1896 die Lukaskirche eingeweiht wurde, war der Protestantismus schon fest in München verwurzelt: Schon lange war eine dritte große Kirche nötig gewesen, um die Zahl der evangelischen Bürger zu fassen. Dass die Protestanten auch hoch geschätzt waren zeigt die wundervolle Lage direkt an der Isar-Promenade und die imposante Gestaltung: Die hohe Kuppel der Kirche überragt die Häuser des ganzen Stadtteils und macht den "Dom der Münchner Protestanten" weithin sichtbar. Bis heute ist er ein Schmuckstück der Stadt, 1976 wurde St. Lukas von der Haager Konvention in die Liste schützenswerter Kulturgüter aufgenommen. Und die Gemeinde ist heute lebendiger denn je.

Der Architekt der Lukaskirche, Albert Schmidt hatte auch die Alte Hauptsynagoge von München gebaut. Diese architektonische Verwandtschaft zeigt die enge Verbingung zwischen der evangelischen Kirchengemeinde und der israelitischen Kultusgemeinde in München, die der Regionalbischöfin besonders wichtig ist. In ihrer Predigt appellierte Susanne Breit-Keßler auch an die Gesellschaft, engagiert Verantwortung für eine gerechtere Welt zu übernehmen und Versöhnung zu üben: "Versöhnung ist die Arbeit, die man leistet, um gerechte Verhältnisse zu schaffen. Sie ist die folgenreiche Liebe, mit der man andere ansieht, die aus dem Blick geraten waren."

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