Andacht zur CSU-Winterklausur in Seeon

Copyright Kloster SeeonDerzeit führt die CSU ihre traditionelle Winterklausur durch. Wie auch in den vergangenen Jahren besuchte Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler die Politikerinnen und Politiker, um zu Beginn der Klausurtagung im Kloster Seeon eine Andacht zu feiern. Es sei für sie ein großes Gut, dass Menschen die Möglichkeit haben sich politisch zu engagieren und frei wählen zu können: „In meinen Augen ist das ein Geschenk der Freiheit.“

Dieses Geschenk bringe jedoch auch die Verpflichtung, damit gewissenhaft umzugehen. Denn evangelisch zu sein bedeute, die persönliche Freiheit mit der Verantwortung für sich und andere zu verbinden. Susanne Breit-Keßler nannte dafür eine gut-lutherische Position: „Obrigkeit muss sich daran messen lassen, ob sie dem Menschen dient.“ Der christliche Glaube spiele sich nicht allein im stillen Kämmerlein oder nur an Feiertagen ab. Denn Gott ist selbst in die Welt gekommen und Mensch geworden. Wer daran glaube, der müsse dem nachfolgen und sich ebenfalls der Welt aufmerksam zuwenden: „Ich meine damit, richtig anzupacken, handfest mitzumachen, sich mit Leib und Seele für andere zu engagieren.“ Das täten in besonderem Maße die Politiker. Dafür hätten sie großen Respekt verdient. Für die Politikverdrossenheit und Lästereien an Stammtischen und in Medien habe sie nur wenig Verständnis: „Heute werden Menschen, die Verantwortung übernehmen, schnell abgekanzelt.“ Doch: „Wer Veränderung will, muss selbst bereit sein, zur Veränderung beizutragen.“

Der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern ist es ein Anliegen, sich in gesellschaftspolitischen Fragen zu engagieren. Das tut sie durch ihre öffentlichen Vertreter und durch ihr Eintreten für wichtige Themen.